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InduktivitÀt
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
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InduktivitĂ€t ist eine Eigenschaft elektrischer Stromkreise oder Bauelemente, insbesondere von Spulen. Auf ihr beruht der Vorgang der Induktion, der eine Wechselwirkung zwischen Magnetismus und ElektrizitĂ€t darstellt. Es ist zu unterscheiden zwischen SelbstinduktivitĂ€t (auch EigeninduktivitĂ€t oder Selbstinduktion genannt) und GegeninduktivitĂ€t; mit âInduktivitĂ€tâ ohne Zusatz ist fast immer die SelbstinduktivitĂ€t gemeint. Die SelbstinduktivitĂ€t eines Stromkreises setzt die zeitliche Ănderungsrate des elektrischen Stroms i ( t ) {\displaystyle i(t)} mit der elektrischen Spannung u ( t ) {\displaystyle u(t)} in Beziehung:cite-ref-jackson1975-1-0[1]cite-ref-rebhan2007-2-0[2]
u ( t ) = L d i ( t ) d t {\displaystyle u(t)=L{\frac {\mathrm {d} i(t)}{\mathrm {d} t}}} .
Das Formelzeichen der SelbstinduktivitĂ€t ist L {\displaystyle L} . Es wurde zu Ehren von Emil Lenz gewĂ€hlt, dessen theoretische Arbeiten zur elektromagnetischen Induktion grundlegend waren.cite-ref-3[3] Die MaĂeinheit der SelbstinduktivitĂ€t im SI-Einheitensystem ist das Henry, benannt nach dem US-amerikanischen Physiker Joseph Henry.
Im wichtigen Fall einer Drahtschleife oder Spule kann man die Beziehung zwischen Spannung und zeitlich verĂ€nderlichem Strom unmittelbar mit AmpĂšreschem Gesetz und Induktionsgesetz verstehen: Ein elektrischer Strom erzeugt, wie vom AmpĂšreschen Gesetz beschrieben, ein Magnetfeld. Die zeitliche Ănderung des Magnetfeldes âinduziertâ, wie vom Induktionsgesetz beschrieben, im selben Stromkreis eine elektrische Spannung. Beide Effekte sind proportional zur Zahl der Windungen N {\displaystyle N} , die SelbstinduktivitĂ€t einer Spule ist daher proportional zu N 2 {\displaystyle N^{2}} .
StromĂ€nderungen in einem Stromkreis m {\displaystyle m} induzieren aber auch Spannungen in anderen in der NĂ€he befindlichen Stromkreisen n {\displaystyle n} . Diese âwechselseitige Induktionâ oder Gegeninduktion beschreibt man mit Koeffizienten L m n = L n m {\displaystyle L_{mn}=L_{nm}} der wechselseitigen InduktivitĂ€t.
Selbst- und wechselseitige Induktion und die entsprechenden InduktivitÀten spielen eine wichtige Rolle in Transformatoren, Elektromotoren und der Elektronik.
Contents
âą MaĂeinheiten
âą Netzwerkmodell
âą Feldenergie
⹠MessgerÀte
âą Literatur
âą Anmerkungen
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
GĂŒltigkeitsbereich
Die erste Voraussetzung fĂŒr die GĂŒltigkeit der Gleichung u = L d i d t {\displaystyle u=L{\frac {\mathrm {d} i}{\mathrm {d} t}}} ist, dass das Magnetfeld âquasistatischâ vom elektrischen Strom erzeugt wird. Es darf keine Phasenunterschiede zwischen Magnetfeld und Strom und keine Abstrahlung elektromagnetischer Wellen geben, d. h., die Frequenzen mĂŒssen hinreichend klein sein.
Ferner muss die Stromverteilung frequenzunabhĂ€ngig sein. Das ist der Fall bei kleinen Frequenzen, bei denen die Stromdichte ĂŒber den Leiterquerschnitt konstant ist, sowie bei hohen Frequenzen bei vollstĂ€ndigem Skineffekt, wo der Strom in der LeiteroberflĂ€che flieĂt (wie bei Supraleitern). Bei Frequenzen mit partiellem Skineffekt ist die InduktivitĂ€t frequenzabhĂ€ngig. Im Fall dĂŒnner Leiter macht es allerdings wenig Unterschied, ob der Strom im Leiterquerschnitt oder in der LeiteroberflĂ€che flieĂt â die FrequenzabhĂ€ngigkeit ist klein.
SchlieĂlich wird noch vorausgesetzt, dass im Bereich der Magnetfelder befindliche magnetisierbare Materialien konstante PermeabilitĂ€tszahlen haben. Andernfalls liegt nichtlineare InduktivitĂ€t vor.
In diesem Rahmen jedoch gilt die Beziehung u = L d i d t {\displaystyle u=L{\frac {\mathrm {d} i}{\mathrm {d} t}}} fĂŒr Leiterschleifen mit beliebig ausgedehnten Leitern,cite-ref-jackson1975-1-1[1]cite-ref-rebhan2007-2-1[2] und die InduktivitĂ€ten sind allein durch die Anordnung und Ausdehnung der elektrischen Leiter und magnetisierbaren Materialien bestimmt.
Induktion in der Elektrotechnik
FĂŒr Leiterschleifen wird die InduktivitĂ€t in der Elektrotechnik oft definiert durch den von der Leiterschleife umfassten verketteten magnetischen Fluss Κ Κ {\displaystyle \Psi } gemĂ€Ă
L = Κ Κ I {\displaystyle L={\frac {\Psi }{I}}\,} .
Umfasst der Leiter den gleichen magnetischen Fluss Ί Ί {\displaystyle \Phi } mehrfach, z. B. alle Windungen einer Spule N {\displaystyle N} mit gleicher GröĂe, ergibt sich fĂŒr den verketteten magnetischen Fluss der Spezialfall N Ί Ί {\displaystyle N\Phi } und die SelbstinduktivitĂ€t zu
L = N â
â
Ί Ί I {\displaystyle L={\frac {N\cdot \Phi }{I}}\,} .
Wenn ausschlieĂlich magnetische Stoffe mit einer konstanten PermeabilitĂ€tszahl in der Umgebung des Stromkreises vorhanden sind, dann folgt aus dem Durchflutungsgesetz, dass die magnetische Flussdichte B {\displaystyle B} dem Strom I {\displaystyle I} in einer Leiterschleife proportional ist. Daher ist auch der insgesamt vom Strom I {\displaystyle I} erzeugte magnetische Fluss Ί Ί {\displaystyle \Phi } direkt proportional dem Momentanwert der StromstĂ€rke i {\displaystyle i} . Der dabei auftretende ProportionalitĂ€tsfaktor bei N {\displaystyle N} Windungen ist die SelbstinduktivitĂ€t L
Ί Ί = L â
â
I N {\displaystyle \Phi ={\frac {L\cdot I}{N}}\,} .
Weisen jedoch die magnetischen Stoffe wie Eisen in der NĂ€he des elektrischen Leiters keine konstante PermeabilitĂ€tszahl ÎŒr auf (diese ist beispielsweise von der magnetischen Flussdichte B {\displaystyle B} abhĂ€ngig), dann ist die InduktivitĂ€t kein konstanter ProportionalitĂ€tsfaktor, sondern eine Funktion L ( B ) {\displaystyle L(B)} der magnetischen Flussdichte. Es gibt dann eine SĂ€ttigungsmagnetisierung. Die sich ergebenden nichtlinearen InduktivitĂ€ten sind analytisch wesentlich schwieriger zu behandeln.
Wird eine nichtlineare InduktivitĂ€t um einen Arbeitspunkt herum ausgesteuert, so kann die Ănderung des verketteten Flusses Κ Κ {\displaystyle \Psi } in Bezug zur Ănderung des Stroms vom Wert der statischen InduktivitĂ€t abweichen. FĂŒr infinitesimal kleine Ănderungen um den Arbeitspunkt ergibt sich aus dem Anstieg der Tangente an die Kurve Κ Κ ( I ) {\displaystyle \Psi (I)} die dynamische InduktivitĂ€t
L d y n = d Κ Κ d I {\displaystyle L_{\mathrm {dyn} }={\frac {\mathrm {d} \Psi }{\mathrm {d} I}}\,} .
MaĂeinheiten
Internationales Einheitensystem (SI)
Die SI-Einheit der InduktivitÀt ist das Henry. Eine InduktivitÀt von 1 H liegt vor, wenn bei gleichförmiger StromÀnderung von 1 Ampere je Sekunde eine Selbstinduktionsspannung von 1 Volt entlang des Leiters entsteht.
1 H = 1 V â
â
s A {\displaystyle 1\;\mathrm {H} =1\;\mathrm {\frac {V\cdot s}{A}} }
Veraltete Einheit
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die InduktivitĂ€t von Spulen manchmal mit der Einheit cm bzw. Quadrant beschriftet. Diese Angabe in Zentimetern rĂŒhrt daher, dass die InduktivitĂ€t im heute praktisch kaum noch gebrauchten elektromagnetischen CGS-Einheitensystem (EMU) in der LĂ€ngendimension ausgedrĂŒckt wurde. Der Name Quadrant kommt daher, dass 109 EMU gleich 1 Henry ist, was wiederum der LĂ€nge in cm eines Erdquadranten entspricht.cite-ref-4[4]
Eine InduktivitÀt von 1 cm in elektromagnetischen CGS-Einheiten entspricht 1 nH in SI-Einheiten.
Mathematische Herleitung
Dem Induktionsgesetz entsprechend ergibt sich die Umlaufspannung ui einer ruhenden um den magnetischen Fluss Ί Ί {\displaystyle \Phi } gefĂŒhrten Schleife aus der zeitlichen Ănderungsrate des durch diese Schleife hindurchtretenden magnetischen Flusses Ί Ί {\displaystyle \Phi } bzw. aus der induzierten elektrischen FeldstĂ€rke Ei entlang der Schleife:
u i = âź âź E â â i â
â
d s â â = â â d Ί Ί d t {\displaystyle u_{i}=\oint {\vec {E}}_{i}\cdot \mathrm {d} {\vec {s}}=-{\frac {\mathrm {d} \Phi }{\mathrm {d} t}}\,} .
Wenn die Leiterschleife den magnetischen Fluss N-fach umschlingt, wie es beispielsweise bei einer Spule der Fall ist, gilt nÀherungsweise:
u i = â â N â
â
d Ί Ί d t {\displaystyle u_{i}=-N\cdot {\frac {\mathrm {d} \Phi }{\mathrm {d} t}}\,} .
Das dabei auftretende negative Vorzeichen entspricht der Lenzschen Regel: die induzierte Spannung u i {\displaystyle u_{i}} sucht einen Strom hervorzurufen, der der ursprĂŒnglichen StromĂ€nderung entgegenwirkt. Werden Strom i {\displaystyle i} und Spannung u {\displaystyle u} fĂŒr die InduktivitĂ€t als passives Bauelement in die gleiche Richtung definiert, ergibt sich fĂŒr u: u = â â u i {\displaystyle u=-u_{i}} . Mit der obigen Definition der InduktivitĂ€t lĂ€sst sich die Beziehung von der Klemmenspannung u als Funktion des Stromes i als Differentialgleichung ausdrĂŒcken:
u = d N Ί Ί d t = d Κ Κ d t = d ( L i ) d t = L d i d t + i d L d t {\displaystyle u={\frac {\mathrm {d} N\Phi }{\mathrm {d} t}}={\frac {\mathrm {d} \Psi }{\mathrm {d} t}}={\frac {\mathrm {d} (Li)}{\mathrm {d} t}}=L{\frac {\mathrm {d} i}{\mathrm {d} t}}+i{\frac {\mathrm {d} L}{\mathrm {d} t}}\,}
In den meisten FÀllen Àndert sich die InduktivitÀt nicht zeitlich und die Strom-Spannungs-Beziehung an der InduktivitÀt kann angegeben werden zu
u = L d i d t {\displaystyle u=L{\frac {\mathrm {d} i}{\mathrm {d} t}}\,}
Der dabei auftretende magnetische Fluss Ί Ί {\displaystyle \Phi } ist jener Fluss, der erst aufgrund des Stroms i durch die Leiterschleifen erzeugt wird. Eine Ănderung dieses Flusses induziert in jeder der N Leiterschleifen eine Spannung u = â â u i {\displaystyle u=-u_{i}} und wird damit als verketteter magnetischer Fluss Κ Κ {\displaystyle \Psi } wirksam. Weitere externe magnetische FlĂŒsse durch die Leiterschleifen sind in diesem Fall als nicht vorhanden angenommen bzw. zeitlich konstant. Die Spannung u nennt man die bei Selbstinduktion auftretende Klemmenspannung.
Das Vorzeichen in obiger Gleichung ist abhĂ€ngig von der ZĂ€hlrichtung von Strom und Spannung. Stimmt die Richtung der Spannung u mit der Richtung des Stromes entlang der Leiterschleife ĂŒberein, wie in nebenstehender Grafik dargestellt, spricht man vom so genannten VerbraucherzĂ€hlsystem, und es gilt:
u L ( t ) = L â
â
d i L ( t ) d t {\displaystyle u_{L}\left(t\right)=L\cdot {\frac {\mathrm {d} i_{L}\left(t\right)}{\mathrm {d} t}}\,} .
Sind die Richtungen von Spannung u Strom i entlang der Leiterschleife entgegengesetzt gerichtet, spricht man vom so genannten ErzeugerzÀhlpfeilsystem, und es gilt:
u L ( t ) = â â L â
â
d i L ( t ) d t {\displaystyle u_{L}\left(t\right)=-L\cdot {\frac {\mathrm {d} i_{L}\left(t\right)}{\mathrm {d} t}}\,} .
Man bezeichnet diesen bei StromÀnderung entstehenden Spannungsabfall u dann als Selbstinduktionsspannung oder induktiven Spannungsabfall. Die obige Differentialgleichung ist die Elementgleichung, mit der sich lineare InduktivitÀten, wie beispielsweise Spulen in elektrischen Schaltungen, beschreiben lassen.
Netzwerkmodell
Ausgehend vom Induktionsgesetz, erzeugen extern einwirkende, zeitlich verĂ€nderliche magnetische FlĂŒsse in zeitlich konstanten Leiterschleifen zeitlich verĂ€nderliche elektrische Spannungen. Aber auch der magnetische Fluss, der durch einen Strom durch die Spule selbst entsteht, wirkt auf die Spule ein. Ăndert sich die StromstĂ€rke durch die Spule, so Ă€ndert sich das von ihr selbst erzeugte Magnetfeld und induziert dadurch in der Spule selbst eine Spannung, die der StromstĂ€rkeĂ€nderung entgegengerichtet ist. Dieser Effekt wird als Selbstinduktion bezeichnet. Je schneller und stĂ€rker sich das Magnetfeld Ă€ndert, desto höher ist die erzeugte Induktionsspannung. GrundsĂ€tzlich kann die Selbstinduktion vollstĂ€ndig durch das Induktionsgesetz beschrieben werden und erfordert keine formalen ErgĂ€nzungen oder Anpassungen.
Allerdings kommt es bei der in Elektrotechnik ĂŒblichen Netzwerktheorie, welche beispielsweise zur Beschreibung von elektrischen Maschinen wie Transformatoren Verwendung findet, unter UmstĂ€nden zu VerstĂ€ndnisschwierigkeiten, da die Netzwerktheorie keine FeldgröĂen wie den magnetischen Fluss kennt.
Stattdessen wird mit zeitlich verÀnderlichen Spannungen und Strömen in Ersatzschaltbildern mit passiven Bauelementen wie Spulen und elektrischen WiderstÀnden gearbeitet. Die induzierten Spannungen werden als Spannungsquellen modelliert, welche historisch auch als elektromotorische Kraft (EMK) bezeichnet werden. Da es sich bei induzierten Spannungen aber um keine Kraft im physikalischen Sinn handelt, sollte der Begriff EMK zur Vermeidung von MissverstÀndnissen nicht verwendet, sondern als selbstinduzierte Quellenspannung bezeichnet werden.
Im Netzwerkmodell, wie sie unter anderem SchaltplĂ€ne darstellen, wird mit ZĂ€hlpfeilen und bestimmten Orientierungen gearbeitet, wie es die nebenstehende Abbildung darstellt. Zur Verdeutlichung ist der von extern auf die Leiterschleife einwirkende magnetische Fluss Ίext und die davon verursachten induzierten Spannungen uext mit dem Index ext versehen. Der bei Belastung der extern geschlossenen Schleife flieĂende Strom i erzeugt einen magnetischen Fluss ΊI, welcher mit dem Index I kennzeichnet ist. Die selbstinduzierte Quellenspannung lĂ€sst sich als eine Spannungsquelle mit dem Betrag ui modellieren, wie in erster Abbildung dargestellt, und ist der den Spulenstrom i treibenden Spannung uext entgegengerichtet. Man bezeichnet sie daher auch als Gegenspannung. Anwendung findet diese Darstellung beispielsweise bei der Beschreibung des so genannten Magnetisierungsstromes bei einem Transformator.
Das Modell des induktiven Spannungsabfalles, wie in zweiter Abbildung dargestellt, kommt ohne weitere Spannungsquelle aus. Die an der eingezeichneten Spule L auftretende Spannung weist dabei in die gleiche Richtung wie der Strom i, welcher durch die von extern treibenden Spannung uext verursacht ist. Diese Darstellung hat den Vorteil, dass die ZusammenhĂ€nge im Netzwerkmodell bei harmonischen VorgĂ€ngen durch das Ohmsche Gesetz mit BlindwiderstĂ€nden einfacher beschrieben werden können. Der in der Elektrotechnik wichtige Spezialfall von harmonischen VorgĂ€ngen bei den auftretenden GröĂen reduziert die zeitlichen Ableitungen im Induktionsgesetz auf Multiplikationen mit jÏ (dΊ/dt ⥠jÏΊ), was in der komplexen Ebene einer Drehung um 90° entspricht und den Zugang zur komplexen Wechselstromrechnung darstellt. Dabei bezeichnet j {\displaystyle \mathrm {j} } die imaginĂ€re Einheit.
Induktiver Blindwiderstand
Transformiert man die Differenzialgleichung:
u ( t ) = L â
â
d i ( t ) d t {\displaystyle u(t)=L\cdot {\frac {\mathrm {d} i(t)}{\mathrm {d} t}}\,}
in den Laplace-Bereich mit der unabhĂ€ngigen Variablen s = Ï Ï + j Ï Ï = j Ï Ï {\displaystyle s=\sigma +\mathrm {j} \omega =\mathrm {j} \omega } (Fourier, Ï Ï = 0 {\displaystyle \sigma =0} ), so wird aus dem Differentialoperator d / d t {\displaystyle {\mathrm {d} }/{\mathrm {d} t}} der Faktor j Ï Ï {\displaystyle \mathrm {j} \omega } , und es gilt:
U ( j Ï Ï ) = j Ï Ï L â
â
I ( j Ï Ï ) {\displaystyle U(\mathrm {j} \omega )=\mathrm {j} \omega L\cdot I(\mathrm {j} \omega )\,} .
Das Zeichen Ï Ï {\displaystyle \omega } bezeichnet die Kreisfrequenz Ï Ï = 2 Ï Ï f {\displaystyle \omega =2\pi f} . Ăhnlich wie beim ohmschen Gesetz lĂ€sst sich fĂŒr die Spule daraus ein Wechselstromwiderstand:
Z _ _ = U _ _ ( j Ï Ï ) I _ _ ( j Ï Ï ) = j Ï Ï L {\displaystyle {\underline {Z}}={\frac {{\underline {U}}(\mathrm {j} \omega )}{{\underline {I}}(\mathrm {j} \omega )}}=\mathrm {j} \omega L\,}
definieren, der auch als (komplexe) elektrische Impedanz bezeichnet wird.
Wird, z. B. fĂŒr sehr einfache Schaltungen, die Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung an der InduktivitĂ€t nicht betrachtet, kann man Wechselstromrechnungen auch ohne komplexe Zahlen durchfĂŒhren. Wird eine InduktivitĂ€t an eine Wechselspannung vom Betrag U gelegt, kann der Betrag I des Stroms nach der Formel:
I = U X L {\displaystyle I={\frac {U}{X_{L}}}\,}
berechnet werden, wobei fĂŒr den induktiven Blindwiderstand XL bei der Frequenz f gilt:
X L = Ï Ï â
â
L = 2 Ï Ï f â
â
L {\displaystyle X_{L}=\omega \cdot L=2\pi f\cdot L\,} .
Dies gilt jedoch nur fĂŒr InduktivitĂ€ten die eine konstante und nicht von der Aussteuerung abhĂ€ngige PermeabilitĂ€tszahl haben, wie es zum Beispiel bei einer Luftspule der Fall ist.
Der Leerlaufstrom von Luftspulen kann um weniger als 90 Grad phasenverschoben zur Spannung sein. Bei der geringen Frequenz von 50 Hz in der Beispielmessung ist der Ohmâsche Widerstand dominant. Der Leerlaufstrom von Spulen mit Eisenkern verlĂ€uft, bedingt durch dessen Hysteresekurve, gĂ€nzlich anders als bei einer Luftspule.
Anwendung der Selbstinduktion
Die Selbstinduktion wird unter anderem genutzt, um die erforderliche hohe ZĂŒndspannung bei Leuchtstofflampen oder fĂŒr ZĂŒndkerzen im Ottomotor zu erzeugen. Es lassen sich Spannungen von einigen 1000 V erzeugen. Im Elektrozaun und im Funkeninduktor werden auf diese Weise Hochspannungsimpulse erzeugt.
Das Schalten jeder InduktivitĂ€t stellt fĂŒr Schalter eine Belastung dar. Die dabei entstehende hohe Spannung ist fĂŒr Schalter, insbesondere elektronische Schalter wie Transistoren, gefĂ€hrlich, denn beim Ausschalten Ă€ndert sich das Magnetfeld sehr abrupt und erzeugt damit die hohe Selbstinduktionsspannung. Um die Zerstörung des Schalters zu vermeiden oder die Spannung zu begrenzen, wird ein Kondensator oder eine Freilaufdiode antiparallel zur Spule geschaltet.
Die Selbstinduktion ist unter anderem auch der Grund fĂŒr die InduktivitĂ€t, welche zur Beschreibung des Verhaltens der Spule in Wechselstromkreisen benötigt wird. Die InduktivitĂ€t fĂŒhrt zu einer Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung, was im Rahmen der komplexen Wechselstromrechnung bei der Berechnung von induktiven WiderstĂ€nden Anwendung findet.
InduktivitÀtsbestimmung verschiedener Leiteranordnungen
Durch Anwendung der Berechnungsmethoden fĂŒr magnetische Felder, insbesondere des Biot-Savart-Gesetzes, lassen sich fĂŒr einige einfache geometrische Leiteranordnungen die Ă€uĂeren InduktivitĂ€ten analytisch bestimmen. Kompliziertere Leiteranordnungen sind in der Feldberechnung meist nur noch mittels numerischer Berechnungsverfahren zugĂ€nglich.
Die im Folgenden nĂ€her dargestellten Leiteranordnungen haben auch technische Bedeutung: bei der Herstellung von InduktivitĂ€ten (Bezeichnung fĂŒr elektrische Bauteile mit einer definierten InduktivitĂ€t als Haupteigenschaft) wird oft eine solche Standardform angewendet. Solche Bauelemente werden Spulen oder Drosseln genannt.
InduktivitÀt einer Ringspule
Eine Ringspule, auch als Toroidspule bezeichnet, besteht aus einem Kern in Form eines Kreisrings mit mittlerem Radius r {\displaystyle r} und QuerschnittsflĂ€che A {\displaystyle A} , um den herum ein elektrischer Leiter gewickelt ist. Die magnetischen Eigenschaften des Kerns sind fĂŒr die Funktionsweise der Ringspule maĂgeblich. Oft ist er magnetisch gut leitfĂ€hig und hat eine hohe relative PermeabilitĂ€tszahl ÎŒ ÎŒ r {\displaystyle \mu _{r}} , was beispielsweise bei Kernen aus Ferrit der Fall ist. Das dabei auftretende ÎŒ ÎŒ 0 {\displaystyle \mu _{0}} ist die magnetische Feldkonstante, eine Naturkonstante.
Dieser ringförmige Kern ist mit einer dĂŒnnen Lage Draht mit N {\displaystyle N} Windungen bewickelt. Die InduktivitĂ€t L {\displaystyle L} ist dann nĂ€herungsweise:
L = N 2 â
â
ÎŒ ÎŒ 0 ÎŒ ÎŒ r A 2 Ï Ï r {\displaystyle L=N^{2}\cdot {\frac {\mu _{0}\mu _{r}A}{2\pi r}}\,} .
Eine genauere InduktivitÀt einer Ringspule liefert folgende NÀherungsgleichung, welche die AbhÀngigkeit der magnetischen FeldstÀrke als Funktion des Radius beachtet:
L = N 2 â
â
ÎŒ ÎŒ 0 ÎŒ ÎŒ r h 2 Ï Ï â
â
ln ⥠⥠R r {\displaystyle L=N^{2}\cdot {\frac {\mu _{0}\mu _{r}h}{2\pi }}\cdot \ln {\frac {R}{r}}\,} .
Dabei wird ein rechteckförmiger Querschnitt des Ringes mit der Höhe h {\displaystyle h} angenommen. Der Ă€uĂere Radius des Kerns ist mit R {\displaystyle R} und der Innenradius mit r {\displaystyle r} bezeichnet.
In allen FĂ€llen gilt, dass diese Gleichungen nur bei hinreichend dĂŒnn bewickeltem Ring gute NĂ€herungsergebnisse liefern.
Der Vorteil gleichmĂ€Ăig bewickelter Ringspulen liegt in der Feldfreiheit auĂerhalb der Wicklung, weshalb sie keine magnetischen Störfelder aussenden und fĂŒr solche auch kaum empfĂ€nglich sind.
InduktivitÀt einer Zylinderspule
Bei einer zylinderförmigen Luftspule (Zylinderspule), deren LĂ€nge l {\displaystyle l} groĂ gegenĂŒber dem Durchmesser der QuerschnittsflĂ€che A {\displaystyle A} ist, lĂ€sst sich die InduktivitĂ€t nĂ€herungsweise folgendermaĂen berechnen:
L = N 2 â
â
Ό Ό 0 A l = N 2 R m {\displaystyle L=N^{2}\cdot {\frac {\mu _{0}A}{l}}={\frac {N^{2}}{R_{m}}}\,} .
Dabei wird neben der Voraussetzung einer dĂŒnnlagigen geschlossenen Bewicklung der magnetische Widerstand des AuĂenraumes vernachlĂ€ssigt und nur R m {\displaystyle R_{m}} des Kerns angenommen. Diese Gleichung gilt also ebenfalls nur in NĂ€herung. FĂŒr kĂŒrzere Zylinderspulen existieren Approximationsformeln, die die endliche LĂ€nge der Spule und damit die âschlechtereâ magnetische FeldfĂŒhrung in ihrem Inneren berĂŒcksichtigen. FĂŒr eine Spule, deren LĂ€nge noch mindestens das 0,6-Fache des Radius betrĂ€gt, gilt ( r w {\displaystyle r_{w}} : Windungsradius):
L = N 2 â
â
Ό Ό 0 A l + 2 r w / 2 , 2 {\displaystyle L=N^{2}\cdot {\frac {\mu _{0}A}{l+2r_{w}/2{,}2}}\,} .
Ist die Zylinderspule mit einem magnetisierbaren Material gefĂŒllt, ist die PermeabilitĂ€tszahl (fĂŒr diese Materialien ist ÎŒ ÎŒ r â« â« 1 {\displaystyle \mu _{r}\gg 1} ) einzubeziehen und die obigen Formeln können nicht angewendet werden. Derartige mit einem magnetisierbaren Material gefĂŒllte Zylinderspulen mit offenem Magnetkreis werden hĂ€ufig angewendet und haben trotz der um sie herum herrschenden Magnetfelder einige Vorteile: sie geraten aufgrund des Luftanteiles im Magnetkreis kaum in die magnetische SĂ€ttigung, sind leicht herzustellen und haben eine geringe EigenkapazitĂ€t.
NĂ€herungsformel:
L = Ό Ό 0 Ό Ό r N 2 A l {\displaystyle L={\frac {\mu _{0}\mu _{r}N^{2}A}{l}}} .
Bestimmung der InduktivitÀt mittels A L -Wert
In der Praxis werden oft fertige Spulenkerne verwendet, fĂŒr die hĂ€ufig vom Hersteller eine InduktivitĂ€tskonstante AL (Al-Wert, meist in nH pro Quadratwindung) angegeben wird und dem Kehrwert des magnetischen Widerstands Rm entspricht. In diesem Wert sind bereits alle Materialkonstanten und die spezielle Geometrie der Anordnung als NĂ€herung zusammengefasst. Wenn man den Kern mit N Windungen bewickelt, erhĂ€lt man eine Spule mit der InduktivitĂ€t:
L = A L â
â
N 2 = 1 R m â
â
N 2 {\displaystyle L=A_{L}\cdot N^{2}={\frac {1}{R_{m}}}\cdot N^{2}\,} .
Das gilt nur, wenn das Kernmaterial in einem linearen Bereich seiner Kennlinie aus Induktion B und magnetischer FeldstÀrke H betrieben wird beziehungsweise unterhalb der SÀttigungsinduktion bleibt.
Feldenergie
Induktive Bauelemente wie Spulen speichern Energie in Form ihres Magnetfeldes. Das Magnetfeld einer Spule der InduktivitÀt L, die vom Momentanwert des Stromes I durchflossen wird, enthÀlt die Energie W:
W = 1 2 â
â
L â
â
I 2 {\displaystyle W={\frac {1}{2}}\cdot L\cdot I^{2}\,}
Bei einer plötzlichen Unterbrechung des Stromkreises muss sich die in der Spule gespeicherte Energie in sehr kurzer Zeit umsetzen und erzeugt an den Anschlussklemmen eine sehr hohe Selbstinduktionsspannung, die zu BeschĂ€digungen an der Isolation oder anderen Schaltungsteilen fĂŒhren kann. Um das zu vermeiden, werden induktive Bauelemente vor dem Abschalten oft mit einem Lastwiderstand kurzgeschlossen, in dem sich die im Magnetfeld gespeicherte Energie thermisch umsetzt. Diese hohe Spannung kann aber auch zur Versorgung von elektrischen Bauteilen mit hohem Spannungsbedarf, wie etwa einer ZĂŒndkerze, verwendet werden (ZĂŒndspule).
Innere und Ă€uĂere InduktivitĂ€t
Der Begriff Ă€uĂere InduktivitĂ€t wird fĂŒr den Beitrag des im Raum auĂerhalb des elektrischen Leiters auftretenden magnetischen Flusses zur InduktivitĂ€t verwendet. In obigen Beispielen zur Bestimmung der InduktivitĂ€t verschiedener geometrischer Leiteranordnungen wurden die Querschnitte der elektrischen Leiter als vernachlĂ€ssigbar dĂŒnn angenommen. In diesem Fall kann sich die Bestimmung der InduktivitĂ€t auf die Bestimmung der Ă€uĂeren InduktivitĂ€t bzw. einer idealisierten Feldform beschrĂ€nken.
Besitzt der elektrische Leiter (Draht) hingegen eine nicht vernachlĂ€ssigbare rĂ€umliche Ausdehnung, eine entsprechende QuerschnittsflĂ€che, tritt auch eine magnetische Flussdichteverteilung innerhalb des Leiters auf. Die davon abgeleitete InduktivitĂ€t wird als innere InduktivitĂ€t bezeichnet. Im einfachsten Fall einer gleichmĂ€Ăigen Stromverteilung ĂŒber den Querschnitt des Leiters mit der LĂ€nge l lĂ€sst sich die innere InduktivitĂ€t mit folgender Gleichung bestimmen:
L i = ÎŒ ÎŒ 0 ÎŒ ÎŒ r l 8 Ï Ï {\displaystyle L_{i}={\frac {\mu _{0}\mu _{r}l}{8\pi }}}
Bemerkenswert daran ist, dass die innere InduktivitĂ€t nicht von den konkreten geometrischen Abmessungen wie Durchmesser der QuerschnittsflĂ€che des Leiters abhĂ€ngt. Jener Ausdruck gilt nur bei gleichmĂ€Ăiger Stromverteilung, also nur bei Gleichstrom, und nur wenn die QuerschnittsflĂ€che des Leiters keine inneren Begrenzungen aufweist. Ist die Stromverteilung aufgrund des Skineffektes bei höheren Frequenzen nicht mehr gleichmĂ€Ăig, ergeben sich andere, komplexere AusdrĂŒcke fĂŒr die frequenzabhĂ€ngige innere InduktivitĂ€t. Die inneren InduktivitĂ€ten sind wegen der StromverdrĂ€ngung im Leiter stark frequenzabhĂ€ngig und nehmen mit steigender Frequenz praktisch auf Null ab.
Die innere InduktivitÀt ist vor allem bei der Bestimmung der GesamtinduktivitÀt von elektrischen Kabeln von Bedeutung, da selbst bei diesen bei niedrigen Frequenzen (z. B.: Netzfrequenz) die Leiterquerschnitte oft nicht vernachlÀssigt werden können.
InduktivitÀt einer Koaxialleitung
Zur Bestimmung der InduktivitĂ€t eines Koaxialkabels der LĂ€nge l {\displaystyle l} (sogenannter InduktivitĂ€tsbelag) sind bei niedrigen Frequenzen die inneren InduktivitĂ€ten des inneren Leiters L i i {\displaystyle L_{ii}} und des Ă€uĂeren Leiters L i a {\displaystyle L_{ia}} zu berĂŒcksichtigen. HauptsĂ€chlich wirkt jedoch die InduktivitĂ€t L a {\displaystyle L_{a}} des konzentrischen Raumes zwischen den beiden Leitern. Die gesamte InduktivitĂ€t einer koaxialen Leitung der LĂ€nge l {\displaystyle l} ergibt sich aus der Summe der einzelnen TeilinduktivitĂ€ten:
L = L a + L i i + L i a {\displaystyle \;L=L_{a}+L_{ii}+L_{ia}\,} .
Im Gleichstromfall kann fĂŒr den inneren Leiter mit dem Durchmesser d {\displaystyle d} obiger Ausdruck fĂŒr die innere InduktivitĂ€t verwendet werden:
L i i = ÎŒ ÎŒ 0 ÎŒ ÎŒ r l 8 Ï Ï {\displaystyle L_{ii}={\frac {\mu _{0}\mu _{r}l}{8\pi }}\,} .
Die ebenfalls stark frequenzabhĂ€ngige innere InduktivitĂ€t des Ă€uĂeren Leiters mit der Dicke s {\displaystyle s} und den Innendurchmesser D {\displaystyle D} , der als Kreisring konzentrisch angeordnet ist, ergibt im Gleichstromfall mit x = D / ( D + 2 s ) {\displaystyle x=D/(D+2s)} :
L i a = ÎŒ ÎŒ 0 ÎŒ ÎŒ r l 8 Ï Ï ( 1 â â x 2 ) 2 â
â
( 4 x 2 â â x 4 â â 3 â â ln ⥠⥠x ) {\displaystyle L_{ia}={\frac {\mu _{0}\mu _{r}l}{8\pi (1-x^{2})^{2}}}\cdot (4x^{2}-x^{4}-3-\ln x)\,} .
FĂŒr kleine s {\displaystyle s} ergibt die Taylorentwicklung eine gute NĂ€herungsformel:
L i a = ÎŒ ÎŒ 0 ÎŒ ÎŒ r l 3 Ï Ï â
â
s D {\displaystyle L_{ia}={\frac {\mu _{0}\mu _{r}l}{3\pi }}\cdot {\frac {s}{D}}\,} .
Die frequenzunabhĂ€ngige Ă€uĂere InduktivitĂ€t im Dielektrikum ist bei Koaxialleitern:
L a = ÎŒ ÎŒ 0 ÎŒ ÎŒ r l 2 Ï Ï â
â
ln ⥠⥠D d {\displaystyle L_{a}={\frac {\mu _{0}\mu _{r}l}{2\pi }}\cdot \ln {\frac {D}{d}}\,} .
Bei höheren Frequenzen, ab 10 kHz aufwĂ€rts, können die beiden Terme der inneren InduktivitĂ€t wegen des Skineffektes vernachlĂ€ssigt werden. FĂŒr die Bestimmung der Wellenimpedanz eines Koaxialkabels bei typischen Frequenzen ist daher nur der Summand L a {\displaystyle L_{a}} der Ă€uĂeren InduktivitĂ€t von wesentlicher Bedeutung.
GegeninduktivitÀt
Die GegeninduktivitÀt kennzeichnet die gegenseitige magnetische Einwirkung zweier oder mehrerer rÀumlich benachbarter Stromkreise. Sie wird auch als magnetische Kopplung bezeichnet. Die wichtigste technische Anwendung findet die GegeninduktivitÀt bei einem Transformator.
Nichtlineare InduktivitÀt
Die relative PermeabilitĂ€tszahl ÎŒr hĂ€ngt als Stoffkonstante nicht nur vom jeweiligen Material ab, sondern bei vielen Materialien auch von der magnetischen Flussdichte. Bei hohen magnetischen Flussdichten kommt es zu einer so genannten magnetischen SĂ€ttigung des Materials und als Folge zu einer Reduktion der relativen PermeabilitĂ€tszahl ÎŒr bis herunter auf 1. Dadurch ist die InduktivitĂ€t direkt von der magnetischen Flussdichte abhĂ€ngig, die ihrerseits meist eine Funktion des durch die Spule flieĂenden elektrischen Stromes ist. Somit Ă€ndert sich die InduktivitĂ€t einer Spule in AbhĂ€ngigkeit vom Momentanwert des Stromes, der durch die Spule flieĂt.
Die Folge davon ist, dass sich die dynamische InduktivitĂ€t bei sehr kleinen Aussteuerungen um den Arbeitspunkt von der statischen InduktivitĂ€t unterscheiden kann. Bei gröĂeren Aussteuerungen ĂŒber die lineare ArbeitspunktnĂ€herung hinaus, können bei nichtlinearen InduktivitĂ€ten in Wechselspannungsanwendungen zusĂ€tzliche Oberschwingungen als nichtlineare Verzerrungen auftreten. Auch sind bei Berechnungen mit nichtlinearen InduktivitĂ€ten die einfachen Methoden der (linearen) komplexen Wechselstromrechnung nicht mehr direkt anwendbar.
Die NichtlinearitĂ€t von InduktivitĂ€ten kann erwĂŒnscht sein, z. B. bei Speicherdrosseln in Schaltreglern, um diese besser an verschiedene LastfĂ€lle anzupassen, oder in den Ablenkschaltungen von Röhrenfernsehern, um dem nichtlinearen Stromverlauf in den Ablenkspulen entgegenzuwirken. Auch bei den so genannten SĂ€ttigungsdrosseln zur Entstörung von Thyristorstellern ist NichtlinearitĂ€t erwĂŒnscht.
MessgerÀte
InduktivitÀt kann nicht direkt gemessen werden. Lediglich ihre Auswirkung kann festgestellt werden.
Durch Aufschalten einer bekannten Wechselspannung und Messung des durch das induktive Bauelement flieĂenden Wechselstromes (oder umgekehrt) kann ĂŒber die Reaktanz die InduktivitĂ€t ermittelt werden. Dazu werden Amplitude und Phasenlage bestimmt. Diese Methode wird in einfachen LabormessgerĂ€ten angewandt und liefert den InduktivitĂ€tswert, die GĂŒte sowie den Wert eines Ă€quivalenten Serien- oder Parallelwiderstandes.
Durch Parallelschalten einer bekannten KapazitĂ€t zur InduktivitĂ€t erhĂ€lt man einen Schwingkreis. Ermittelt man dessen Resonanzfrequenz, kann man daraus auf die InduktivitĂ€t schlieĂen. Diese Methode ist auch ohne spezielle GerĂ€te durchfĂŒhrbar. Die Genauigkeit ist recht hoch.
FĂŒr hohe Genauigkeiten wird eine Maxwell-MessbrĂŒcke verwendet. Diese Methode ist sehr genau und wird u. a. in der automatisierten Fertigung von Spulen eingesetzt.
Beim Bestimmen der InduktivitĂ€ten realer Spulen muss beachtet werden, dass je nach Spulenkonstruktion zu sehr hohen Frequenzen hin die kapazitive Kopplung der Windungen und Lagen wirksam wird. Der Impedanzverlauf steigt bis zu einem Maximalwert und bekommt Schwingkreischarakter, um zu noch höheren Frequenzen hin wieder zu sinken â die Spule stellt dann eine KapazitĂ€t dar.
InduktivitÀt als störende Eigenschaft
Jeder elektrische Strom verursacht ein Magnetfeld (Elektromagnetismus), in dem magnetische Energie gespeichert ist. Somit besitzt jedes StĂŒck eines elektrischen Leiters eine kleine InduktivitĂ€t. Auf Leiterplatten kann als Ăberschlagsrechnung mit einer InduktivitĂ€t von rund 1,2 nH pro Millimeter LeitungslĂ€nge gerechnet werden. Zusammengefasst ergeben diese InduktivitĂ€ten die parasitĂ€re AufbauinduktivitĂ€t einer elektrischen Schaltung.
Die Magnetfelder nahe beieinander liegender LeiterstĂŒcke beeinflussen sich durch die magnetische Kopplung gegenseitig. Liegen z. B. Hin- und RĂŒckleitung eines Stromkreises sehr eng beieinander, heben sich deren Magnetfelder gegenseitig teilweise auf, was die GesamtinduktivitĂ€t dieser Anordnung stark verringert. Daher werden Strompfade oft eng aneinander gefĂŒhrt und Kabel miteinander verdrillt.
Soll sich der Strom in einer induktiven Leiterschleife Àndern, muss eine zur StromÀnderungsgeschwindigkeit di/dt proportionale Spannung Uind wirksam sein:
U i n d = L â
â
d i d t {\displaystyle U_{\mathrm {ind} }=L\cdot {\frac {\mathrm {d} i}{\mathrm {d} t}}\,} .
HĂ€ufig zum Schalten von Lasten mit induktivem Verhalten benutzte Schalter und Relais weisen deswegen deutliche Abnutzungsspuren an den Kontakten auf, die deren Funktion stark beeintrĂ€chtigen können: beim Abschalten flieĂt der Strom aufgrund der InduktivitĂ€t weiter und bildet einen Lichtbogen (siehe Schaltlichtbogen), in den sich die in der InduktivitĂ€t gespeicherte Energie entlĂ€dt. Noch kritischer sind StromflussĂ€nderungen, die durch Halbleiterschalter hervorgerufen werden. Halbleiterbauteile werden von derart hohen Spannungen oft zerstört. Daher muss bei der Konstruktion von Schaltungen mit hohen StromĂ€nderungsgeschwindigkeiten auf einen niederinduktiven Aufbau geachtet werden. ZusĂ€tzlich werden hĂ€ufig Snubber-Netzwerke am Halbleiter angebracht. Falls möglich und nötig, werden auch Freilaufdioden benutzt. Neuere Halbleiterschalter können oft auch ohne Schutzbeschaltung induktive Lasten schalten, indem der Energieabbau in einem kontrollierten Avalanchedurchbruch erfolgt.
Ein weiteres Problem parasitĂ€rer InduktivitĂ€ten ist die Interaktion mit parasitĂ€ren KapazitĂ€ten. Der dadurch entstandene Schwingkreis kann störende Spannungsschwingungen erzeugen, die Halbleiterbauteilen schaden können und die Elektromagnetische VertrĂ€glichkeit und die SignalĂŒbertragungseigenschaften verschlechtern.
In Computern kann sich der Strombedarf einzelner Integrierter Schaltungen im Nanosekundentakt Ă€ndern. Weil das einer Frequenz im Gigahertzbereich entspricht, kann die InduktivitĂ€t der Stromversorgungsleitungen nicht ignoriert werden, auch wenn sie nur wenige Zentimeter kurz sind. Der induktive Widerstand des Drahtes vergröĂert den Innenwiderstand der Spannungsquelle mit steigender Frequenz ganz erheblich. Als Folge kann die Spannung bei StromĂ€nderungen beispielsweise zwischen 2 V und 10 V schwanken und den IC stören, möglicherweise sogar zerstören. Als Gegenmittel werden induktionsarme Kondensatoren unmittelbar an den IC-AnschlĂŒssen angeordnet, die einen sehr geringen dynamischen Innenwiderstand sicherstellen.
Methoden zur Berechnung
Im allgemeinsten Fall sind Stromverteilung und Magnetfeld aus den Maxwellgleichungen zu bestimmen. Im Fall von Leiterschleifen aus dĂŒnnen DrĂ€hten ist die Stromverteilung dagegen zumindest nĂ€herungsweise vorgegeben, Skineffekt und Abschirmströme ergeben jedoch auch hier Komplikationen und Fallunterscheidungen.
Wechselseitige InduktivitÀt zweier Leiterschleifen
L m , n = ÎŒ ÎŒ 0 4 Ï Ï âź âź C m âź âź C n d x â â m â
â
d x â â n | x â â m â â x â â n | {\displaystyle L_{m,n}={\frac {\mu _{0}}{4\pi }}\oint _{C_{m}}\oint _{C_{n}}{\frac {\mathrm {d} {\vec {x}}_{m}\cdot \mathrm {d} {\vec {x}}_{n}}{|{\vec {x}}_{m}-{\vec {x}}_{n}|}}}
erhalten. Das Symbol ÎŒ0 bezeichnet die magnetische Feldkonstante, Cm und Cn sind die von den Leiterschleifen aufgespannten Kurven. Die Formel ist in guter NĂ€herung auf reale Drahtschleifen anwendbar, wenn die KrĂŒmmungsradien der Schleifen und die AbstĂ€nde zwischen den DrĂ€hten gröĂer als der Drahtradius sind.
SelbstinduktivitÀt einer Drahtschleife
Die Neumann-Formel ist zur Berechnung von SelbstinduktivitĂ€ten nicht verwendbar, da bei m = n {\displaystyle m=n} die beiden Kurven zusammenfallen und der Integrand 1 / | x â â â â x â â âČ | {\displaystyle 1/|{\vec {x}}-{\vec {x}}'|} divergiert. Es ist notwendig, den endlichen Drahtradius a {\displaystyle a} und die Stromverteilung im Drahtquerschnitt zu berĂŒcksichtigen. Es verbleibt (bis auf einen Fehler der GröĂenordnung O ( ÎŒ ÎŒ 0 a ) {\displaystyle {\mathcal {O}}\left(\mu _{0}a\right)} ) der Beitrag des Integrals ĂŒber alle Punktpaare mit | x â â â â x â â âČ | > a / 2 {\displaystyle |{\vec {x}}-{\vec {x}}'|>a/2} und ein Korrekturterm,cite-ref-dengler2016-6-0[6]
L = ( ÎŒ ÎŒ 0 4 Ï Ï âź âź C âź âź C âČ d x â â â
â
d x â â âČ | x â â â â x â â âČ | ) | x â â â â x â â âČ | > a / 2 + ÎŒ ÎŒ 0 4 Ï Ï â â Y + O ( ÎŒ ÎŒ 0 a ) . {\displaystyle L=\left({\frac {\mu _{0}}{4\pi }}\oint _{C}\oint _{C'}{\frac {\mathrm {d} {\vec {x}}\cdot \mathrm {d} {\vec {x}}'}{|{\vec {x}}-{\vec {x}}'|}}\right)_{|{\vec {x}}-{\vec {x}}'|>a/2}+{\frac {\mu _{0}}{4\pi }}\ell Y+{\mathcal {O}}\left(\mu _{0}a\right).}
Die Symbole a {\displaystyle a} und â â {\displaystyle \ell } stehen hier fĂŒr Radius und LĂ€nge des Drahts, Y {\displaystyle Y} ist eine von der Stromverteilung abhĂ€ngige Konstante: Y = 0 {\displaystyle Y=0} , falls der Strom in der DrahtoberflĂ€che flieĂt (Skineffekt), Y = 1 / 2 {\displaystyle Y=1/2} , falls die Stromdichte im Drahtquerschnitt konstant ist. Der Fehler O ( ÎŒ ÎŒ 0 a ) {\displaystyle O(\mu _{0}a)} ist klein, wenn die Drahtschleife groĂ ist im VerhĂ€ltnis zum Drahtradius.
FĂŒr Drahtschleifen bestehend aus geraden Segmenten mit LĂ€ngen â â m {\displaystyle \ell _{m}} ist die Bedingung | x â â â â x â â âČ | > a / 2 {\displaystyle \left|{\vec {x}}-{\vec {x}}'\right|>a/2} nur essentiell, wenn die Integrationsvariablen x â â {\displaystyle {\vec {x}}} und x â â âČ {\displaystyle {\vec {x}}'} auf demselben Segment liegen. Diese Integrale sind ausfĂŒhrbar. Es verbleiben Integrale ohne die Extra-Bedingung,
L = ÎŒ ÎŒ 0 4 Ï Ï { â â m â â m [ 2 ln ⥠⥠( 2 â â m a ) â â 2 + Y ] + â â m â â n â« â« d x â â m â
â
d x â â n | x â â m â â x â â n | } + O ( ÎŒ ÎŒ 0 a ) . {\displaystyle L={\frac {\mu _{0}}{4\pi }}\left\{\sum _{m}\ell _{m}\left[2\ln \left({\frac {2\ell _{m}}{a}}\right)-2+Y\right]+\sum _{m\neq n}\int {\frac {\mathrm {d} {\vec {x}}_{m}\cdot \mathrm {d} {\vec {x}}_{n}}{\left|{\vec {x}}_{m}-{\vec {x}}_{n}\right|}}\right\}+{\mathcal {O}}\left(\mu _{0}a\right).}
Methode der Spiegelströme
In manchen FÀllen erzeugen verschiedene Stromverteilungen in einem Raumbereich ein identisches Magnetfeld. Diesen Umstand kann man ausnutzen, um SelbstinduktivitÀten zueinander in Beziehung zu setzen (siehe auch Spiegelladung). Ein Beispiel sind die zwei Systeme:
âą Ein Draht in einem Abstand d / 2 {\displaystyle d/2} vor einer perfekt leitenden Wand (der Strom kehrt in der Wand zurĂŒck)
⹠Zwei parallele DrÀhte mit Abstand d {\displaystyle d} , entgegengesetzter Strom
Das Magnetfeld der beiden Systeme ist (in einem Halbraum) identisch. Magnetische Feldenergie und InduktivitÀt des zweiten Systems sind daher doppelt so groà wie die des ersten.
Beziehung zwischen InduktivitÀt und KapazitÀt
Im Fall eines Leiterpaars bestehend aus zwei parallelen idealen Leitern beliebigen konstanten Querschnitts besteht zwischen InduktivitĂ€t pro LĂ€nge L âČ {\displaystyle L'} und KapazitĂ€t pro LĂ€nge C âČ {\displaystyle C'} die Beziehungcite-ref-jackson1975-1-2[1]
L âČ C âČ = Δ Δ ÎŒ ÎŒ . {\displaystyle \displaystyle L'C'={\varepsilon \mu }.}
Δ und ” stehen hier fĂŒr die dielektrische PermittivitĂ€t und die magnetische PermeabilitĂ€t des umgebenden Mediums. In den Leitern gibt es kein elektrisches und kein magnetisches Feld (vollstĂ€ndiger Skineffekt, hohe Frequenz). AuĂerhalb der Leiter sind elektrisches und magnetisches Feld ĂŒberall senkrecht zueinander. Signale breiten sich an den Leitungen entlang mit derselben Geschwindigkeit aus wie freie elektromagnetische Strahlung im umgebenden Medium.
SelbstinduktivitÀten einfacher Stromkreise
Die SelbstinduktivitÀten vieler Typen von Stromkreisen lassen sich exakt oder in guter NÀherung angeben.
| Typ | SelbstinduktivitÀt | Kommentar |
|---|---|---|
| Eine-Lage Solenoid [ 7 ] | ÎŒ 0 r 2 N 2 3 l [ â 8 w + 2 w m ( K ( m ) â 1 â 2 m 1 â m E ( m ) ) ] {\displaystyle {\frac {\mu _{0}r^{2}N^{2}}{3l}}\left[-8w+{\frac {2}{w{\sqrt {m}}}}\left(K\left({\sqrt {m}}\right)-{\frac {1-2m}{1-m}}E\left({\sqrt {m}}\right)\right)\right]} = ÎŒ 0 r 2 N 2 Ï l [ 1 â 8 w 3 Ï + â n = 1 â ( 2 n ) ! 2 n ! 4 ( n + 1 ) ( 2 n â 1 ) 2 2 n ( â 1 ) n + 1 w 2 n ] {\displaystyle ={\frac {\mu _{0}r^{2}N^{2}\pi }{l}}\left[1-{\frac {8w}{3\pi }}+\sum _{n=1}^{\infty }{\frac {\left(2n\right)!^{2}}{n!^{4}\left(n+1\right)\left(2n-1\right)2^{2n}}}\left(-1\right)^{n+1}w^{2n}\right]} = ÎŒ 0 r 2 N 2 Ï l ( 1 â 8 w 3 Ï + w 2 2 â w 4 4 + 5 w 6 16 â 35 w 8 64 + ⊠) {\displaystyle ={\frac {\mu _{0}r^{2}N^{2}\pi }{l}}\left(1-{\frac {8w}{3\pi }}+{\frac {w^{2}}{2}}-{\frac {w^{4}}{4}}+{\frac {5w^{6}}{16}}-{\frac {35w^{8}}{64}}+\dots \right)} bei w âȘ 1 {\displaystyle w\ll 1} = ÎŒ 0 r N 2 [ ( 1 + 1 32 w 2 + O ( 1 w 4 ) ) ln ⥠( 8 w ) â 1 2 + 1 128 w 2 + O ( 1 w 4 ) ] {\displaystyle =\mu _{0}rN^{2}\left[\left(1+{\frac {1}{32w^{2}}}+{\mathcal {O}}\left({\frac {1}{w^{4}}}\right)\right)\ln(8w)-{\frac {1}{2}}+{\frac {1}{128w^{2}}}+{\mathcal {O}}\left({\frac {1}{w^{4}}}\right)\right]} bei w â« 1 {\displaystyle w\gg 1} | N : {\displaystyle N:} Anzahl Windungen r : {\displaystyle r:} Radius l : {\displaystyle l:} LĂ€nge w = r / l {\displaystyle w=r/l} m = 4 w 2 / ( 1 + 4 w 2 ) {\displaystyle m=4w^{2}/(1+4w^{2})} K : {\displaystyle K:} Elliptisches Integral E : {\displaystyle E:} Elliptisches Integral |
| Koaxialkabel, hohe Frequenz | ÎŒ 0 l 2 Ï ln ⥠( a 1 a ) {\displaystyle {\frac {\mu _{0}l}{2\pi }}\ln \left({\frac {a_{1}}{a}}\right)} | a 1 : {\displaystyle a_{1}:} ĂuĂerer Radius a : {\displaystyle a:} Innerer Radius l : {\displaystyle l:} LĂ€nge |
| Kreisförmige Drahtschleife [ 6 ] | ÎŒ 0 r â
( ln ⥠( 8 r a ) â 2 + Y 2 + O ( a 2 / r 2 ) ) {\displaystyle \mu _{0}r\cdot \left(\ln \left({\frac {8r}{a}}\right)-2+{\frac {Y}{2}}+{\mathcal {O}}\left(a^{2}/r^{2}\right)\right)} | r : {\displaystyle r:} Schleifenradius a : {\displaystyle a:} Drahtradius |
| Rechteck [ 8 ] | ÎŒ 0 Ï ( b ln ⥠( 2 b a ) + d ln ⥠( 2 d a ) â ( b + d ) ( 2 â Y 2 ) + 2 b 2 + d 2 ) {\displaystyle {\frac {\mu _{0}}{\pi }}\left(b\ln \left({\frac {2b}{a}}\right)+d\ln \left({\frac {2d}{a}}\right)-\left(b+d\right)\left(2-{\frac {Y}{2}}\right)+2{\sqrt {b^{2}+d^{2}}}\right)} â ÎŒ 0 Ï ( b â
arsinh ⥠( b d ) + d â
arsinh ⥠( d b ) + O ( a ) ) {\displaystyle \;\;-{\frac {\mu _{0}}{\pi }}\left(b\cdot \operatorname {arsinh} \left({\frac {b}{d}}\right)+d\cdot \operatorname {arsinh} \left({\frac {d}{b}}\right)+{\mathcal {O}}\left(a\right)\right)} | a : {\displaystyle a:} Drahtradius b ⫠a {\displaystyle b\gg a} : KantenlÀnge d ⫠a {\displaystyle d\gg a} : KantenlÀnge |
| Zwei parallele DrĂ€hte | ÎŒ 0 l Ï ( ln ⥠( d a ) + Y 2 ) {\displaystyle {\frac {\mu _{0}l}{\pi }}\left(\ln \left({\frac {d}{a}}\right)+{\frac {Y}{2}}\right)} | a : {\displaystyle a:} Drahtradius d : {\displaystyle d:} Abstand, d â„ 2 a {\displaystyle d\geq 2a} l : {\displaystyle l:} LĂ€nge Drahtpaar |
| Zwei parallele DrĂ€hte, hohe Frequenz | ÎŒ 0 l Ï arcosh ⥠( d 2 a ) = ÎŒ 0 l Ï ln ⥠( d 2 a + d 2 4 a 2 â 1 ) {\displaystyle {\frac {\mu _{0}l}{\pi }}\operatorname {arcosh} \left({\frac {d}{2a}}\right)={\frac {\mu _{0}l}{\pi }}\ln \left({\frac {d}{2a}}+{\sqrt {{\frac {d^{2}}{4a^{2}}}-1}}\right)} | a : {\displaystyle a:} Drahtradius d : {\displaystyle d:} Abstand, d â„ 2 a {\displaystyle d\geq 2a} l : {\displaystyle l:} LĂ€nge Drahtpaar |
| Draht parallel zu perfekt leitender Wand | ÎŒ 0 l 2 Ï ( ln ⥠( 2 d a ) + Y 2 ) {\displaystyle {\frac {\mu _{0}l}{2\pi }}\left(\ln \left({\frac {2d}{a}}\right)+{\frac {Y}{2}}\right)} | a : {\displaystyle a:} Drahtradius d : {\displaystyle d:} Abstand, d â„ a {\displaystyle d\geq a} l : {\displaystyle l:} LĂ€nge |
| Draht parallel zu leitender Wand, hohe Frequenz | ÎŒ 0 l 2 Ï arcosh ⥠( d a ) = ÎŒ 0 l 2 Ï ln ⥠( d a + d 2 a 2 â 1 ) {\displaystyle {\frac {\mu _{0}l}{2\pi }}\operatorname {arcosh} \left({\frac {d}{a}}\right)={\frac {\mu _{0}l}{2\pi }}\ln \left({\frac {d}{a}}+{\sqrt {{\frac {d^{2}}{a^{2}}}-1}}\right)} | a : {\displaystyle a:} Drahtradius d : {\displaystyle d:} Abstand, d â„ a {\displaystyle d\geq a} l : {\displaystyle l:} LĂ€nge |
Das Symbol ÎŒ0 steht fĂŒr die magnetische Feldkonstante (â 4Ï·10â7 H/m). Bei hohen Frequenzen flieĂt der Strom in der LeiteroberflĂ€che (Skineffekt), und in AbhĂ€ngigkeit von der Geometrie muss man manchmal Hochfrequenz- und Niederfrequenz-InduktivitĂ€ten unterscheiden. Dazu dient die Konstante Y {\displaystyle Y} : Y = 0 {\displaystyle Y=0} falls der Strom gleichmĂ€Ăig ĂŒber die DrahtoberflĂ€che verteilt ist (Skineffekt), Y = 1 / 2 {\displaystyle Y=1/2} falls der Strom gleichförmig ĂŒber den Drahtquerschnitt verteilt ist. Im Skineffekt-Fall ist auch zu beachten, dass bei geringem Abstand zwischen den Leitern zusĂ€tzliche Abschirmströme induziert werden, und die Y {\displaystyle Y} enthaltenden AusdrĂŒcke dann ungenau werden.
Literatur
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